|
 |
|
|
|
|
| Der Fachkräftemangel - Segen oder Fluch |
Ein Gespenst geht um in Deutschland – das Gespenst des Fachkräftemangels. Alle führenden Wirtschaftsvertreter, Politiker, Journalisten und Gesellschaftswissenschaftler fürchten sich vor ihm und sind sich eins, dass der Republik mittelfristig die Fachkräfte abhanden kommen werden. Als wesentliche Ursache sehen sie den demographischen Wandel an. Sie stimmen darin überein, dass das zu behebende Problem kein Altehrwürdiges oder gar Systemimmanentes ist und sich mit gemeinsamen Anstrengungen lösen lasse. Deshalb fordern sie mehrheitlich eine breit angelegte Bildungsoffensive.
Einigkeit herrscht außerdem bezüglich der Dringlichkeit einer Lösung des Problems. Denn der Mangel an Fachkräften droht nach Einschätzung von Wirtschaftsverbänden und Forschungseinrichtungen das zarte Pflänzchen Aufschwung wieder zu zerbrechen. Besonders bedroht von einer Stagnation sind exportstarke Branchen wie der Maschinenbau oder Betriebe der IT-, Medizin- und Elektrotechnik. |
|
 |
Allerdings kommt mit fortlaufender Debatte immer häufiger die Frage auf, ob es sich beim Fachkräftemangel wirklich nur um ein demographisches Problem handle, oder ob die Angelegenheit nicht vielleicht doch eher hausgemacht sei? In diesem Zusammenhang macht im übertragenen Sinne ferner der Begriff „Schweinezyklus“ die Runde, der ursprünglich aus der Agrarwissenschaft stammt und im Verkaufsprozess eine periodische Schwankung auf der Angebotsseite bezeichnet. Demnach führen gute Aussichten in bestimmten Bereichen des Arbeitsmarktes, zu einer steigenden Zahl von Studienanfängern, die nach ihrer Ausbildung zeitgleich auf den Markt drängen. Die schlechteren Job-Aussichten schrecken sodann den studentischen Nachwuchs ab. Die Folge ist ein vorprogrammierter Fachkräftemangel.
Aber, wo ein Mangel waltet, wartet immer auch die Chance. Junge Elektro- und IT-Ingenieure können in eine rosige Zukunft blicken. Im Schnitt benötigen sie weniger als zehn Bewerbungsversuche, um einen Arbeitsvertrag zu ergattern. Zudem erwarten sie hervorragende Karriereaussichten sowie kreative und abwechslungsreiche Arbeitsplätze. Doch mit Gespenstern gehen mitunter falsch verstandene Hoffnungen einher. Denn dem Fachkräftemangel in Deutschland ist zueigen, dass er sich auf sehr spezielle Arbeitsbereiche bezieht. So besteht zum Beispiel laut einer aktuellen BITKOM-Umfrage ein hoher Bedarf an Software-Spezialisten mit Kenntnissen in der Prozessoptimierung und Informatikern mit betriebswirtschaftlichen Zusatzkenntnissen (Vgl. cio.de, eingesehen am 17.01.08). Zahlreichen anderweitig qualifizierten Ingenieuren bleibt der Zugang zum Arbeitsmarkt hingegen verwehrt. Deshalb bleibt zu fragen, welche Studiengänge zukünftig gefragt sein werden und auf welche Art der Qualifikation es zukünftig ankommen wird?
In unserer JobSpezial Februar-Ausgabe gehen wir dem Phänomen Fachkräftemangel in Deutschland auf den Grund. Wir bereiten einen Überblick über die betroffenen Branchen, untersuchen, inwiefern es sich dabei lediglich um ein demografisches Problem handelt und geben einen Ausblick, wie diesem Mangel sinnvoll begegnet werden kann. Orientieren wollen wir uns dabei stets an der übergeordneten Fragestellung: Welche Chancen bietet der Fachkräftemängel Studenten, jungen Absolventen und Young Professionals?
Lesen Sie weiter: Wen betrifft der Fachkräftemangel? |
|
|
|
|
 |
|
 |